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Der Dank geht auch an die Wölfe

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Am 3. Januar 2018 fegte der Sturm «Burglind» über den Tierpark Dählhölzli. Die Schäden waren enorm. Die Wolfsanlage wurde fast völlig zerstört. Nach nur zwei Monaten intensiver Bautätigkeit wird heute die neue Wolfsanlage eingeweiht.

Um die Mittagszeit fielen die ersten Bäume beim Vivarium, in den Anlagen von Bär, Wolf, Wisent, Luchs und auf dem Tierparkweg. Das Areal glich schnell einem Kriegsschauplatz. Der Gesamtschaden ist enorm. Über 50 grosse, teils kerngesunde Bäume fällte der Sturm «Burglind» am 3. Januar in kurzer Zeit. Weitere 50 Bäume mussten aufgrund ihrer mangelhaften Standfestigkeit, teils waren die Wurzelstöcke schon angehoben, aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Wie durch ein Wunder ist weder Mensch noch Tier etwas passiert.

Dies haben wir vor allem unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Tierparks zu verdanken, die einen enormen Einsatz unter wahrhaft widrigen Umständen leisteten. Sie haben während des Sturms für die Sicherheit von Mensch und Tier gesorgt. Dank Ihnen allen wurde niemand verletzt und es war am Schluss «nur» Sachschaden zu beklagen. Und Sie haben nach dem Sturm in nur zwei Monaten eine neue Wolfsanlage erstellt, die sogar noch besser ist wie die Alte. Besser für unsere Wölfe, besser aber auch für unsere Tierparkgäste, die eine neue Möglichkeit haben, das Wolfsrudel zu beobachten.

Die Wolfsanlage und Teile der Bärenanlagen mussten komplett neu gestaltet werden, da sie umgepflügten Fussballfeldern glichen. Das Gelände wurde neu modelliert und Neuanpflanzungen für erforderliche Rückzugsräume eingebaut. Insgesamt hat das Team 45 grosse Bäume, 50 Büsche und Sträucher angepflanzt. 350 m3 Material, vorwiegend Bodensubstrat, 45 Tonnen Steine und ca. 50 Laufmeter Aussenzaun mussten ersetzt werden.

Wir danken auch den Mitarbeitenden der Forstabteilung der Burgergemeinde Bern, für ihren riesigen Einsatz unter denselben abenteuerlichen Umständen. Die Entfernung der gefallenen Bäume wie auch die Fällung der gefährdeten und im Stand gelockerten Bäume in so kurzer Zeit und bis spät in die Dunkelheit hinein – Hut ab vor dieser Leistung! Und besten Dank auch all den beteiligten Firmen, die noch bei Sturm und Regen begannen, die provisorischen Sicherungen der Zäune zu erstellen und später die definitiv neuen Zäune zu bauen. Grosse Eichen und Buchen hatten die hochstabilen Einzäunungen der Bären gleich an mehreren Stellen wie Zigarettenpapier auf dem Boden zerquetscht. Auch die Umzäunungen der Wolfsanlage, wie das gesamte Gelände des Lebensraumes unsere Wölfe, war zerstört.

Ein grosser Dank gilt auch den vielen Spenderinnen und Spendern, die ihre finanzielle Unterstützung auf der Crowdfunding Plattform oder direkt in den Gabus-Fonds überwiesen und uns daneben die überaus wichtige moralische Unterstützung zu Teil werden liessen. Die Spenden helfen die hohen Kosten zu decken. Diese belaufen sich für die Neugestaltung und Reparatur der Wolfsanlage auf ca. 230’000 Franken. Zusammen mit den anderen Schäden an den Anlagen für Bär, Wisent, Luchs, Wildschwein, Wegen und Leitsystemen gehen wir derzeit von einer Gesamtschadenssumme durch «Burglind» von 500’000 Franken aus.

Ich bedanke mich auch bei unseren Bären, die sich trotz Sturm und Baulärm nicht in ihrer Winterruhe stören liessen, wodurch die Wölfe – während des Baus der neuen Wolfsanlage – das Aussengehege der Bären nutzen konnten. Und schliesslich geht der Dank auch an unseren sechs Wölfen. Dafür, dass sie die günstige Gelegenheit nicht genutzt haben und bei niedergerissenen Zäunen Richtung Wälder oder gar Berner Innenstadt abgehauen sind. Und dafür, dass sie unsere Arbeit zu schätzen wissen und die neue Anlage geniessen, so dass auch unsere Gäste erleben können, was es heisst, ein Wolf zu sein.

Kategorie: Allgemein, Bern | Kommentar schreiben

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Reto Nause

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