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Zwerge für Bern

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Ein grosses Merci an den Tierparkverein und die zahlreichen Spenderinnen und Spender an der Dählhölzli-Benefizgala. Unsere neue Anlage für die Zwergseidenäffchen – die kleinsten Affen der Welt – kann gebaut werden. Seit Donnerstag, 16. August 2018, gehört die Baustelle der «Berner Zwerge» dem Bauteam.

Foto: Zoo Zürich, Enzo Franchini

Die kleinsten echten Affen der Welt, die Zwergseidenäffchen aus Südamerika, mit ca. 100-140g Körpermasse wirklich leicht und mit maximal 23 cm Körperlänge einschliesslich Schwanz, werden in das Vivarium des Tierparks Bern einziehen. Cebuella pigmaea, so der lateinische Name, Nomen est omen, gehören zu den Neuweltaffen, genauer zu den Krallenaffen.

Sie gehören, im Gegensatz zu Loris, Varis und Galagos nicht zu den Halbaffen, sondern zu den echten Affen, die mit uns Menschen gemeinsame Vorfahren eint. Im Gegensatz zu den Schimpansen, Gorillas und Orang Utans tragen ihre Finger aber keine Nägel, sondern spitze Krallen. Diese erlauben ihnen das behende Klettern auf den Urwaldriesen, wie auch das „Herausoperieren“ von Insekten unter der Baumrinde. Vorwiegend ernähren sich die kleinen Äffchen aber von Baumsäften. Um an diese zu gelangen, sind sie mit nadelspitzen Zähnen ausgestattet, die sie in die Baumrinde schlagen. Mit den grossen Unterkieferzähnen schaben sie sodann die Rinde ab und geniessen die gummihaltigen Baumsäfte. Die Baumsäfte für die Kohlenhydrate und Mineralien, die Insekten für die Proteine.

Die kleinen Affen leben in Gruppen bis max. neun Individuen zusammen und patrouillieren den ganzen Tag durch ihr Revier auf der Suche nach Nahrung und zur Verteidigung desselben. 140 Tage nach der Paarung werden die meist zweieiigen Zwillinge geboren, im besten Falle alle fünf bis sieben Monate. An der Jungenaufzucht beteiligt sich die ganze Gruppe.

Grösse und Verhalten der Affenzwerge sind der Grund, dass der Tierpark seinen Gästen dieses Erlebnis im Vivarium ermöglichen möchte. Ähnlich wie bereits die vielen Stirnlappenbasilisken, Siedelweber, Turakos und Tangaren, sollen die Zwergseidenäffchen die Gelegenheit erhalten aus ihrer geplanten Anlage über eingebaute Schleusen in das Vivarium „entweichen“ zu können. Ob dies gelingt und ein Teil unserer Gäste dann vielleicht für einen kleinen Moment gar einen Affen auf dem Rücken tragen wird, wissen wir nicht. Nach Konsultation der Fachleute sollte es aber möglich sein. Die Anlage selbst ist für maximal neun Affen von 100g mit 46 m2 Grundfläche und einer Höhe bis sechs Metern in das Vivariumsdach hinein, grosszügig bemessen. Sie wird ein Ausschnitt 2/4 des natürlichen Lebensraumes darstellen. Dazu gehören tropische Bäume, natürlich auch die schwarze Olive mit ihren angeblich aphrodiasischen Wirkungen, Schlingpflanzen und Bromelien.

Schliesslich sollen die Äffchen die Berner Baumkronen erobern können. In diesen Bäumen werden die Affen Schlafnester vorfinden und bei Bedarf selbst anlegen. Obligat ist auch der Urwaldbach, der sich in einen Teich ergiesst in dem die Schlangenhalsschildkröten leben werden. Den Hintergrund bildet eine Kunstfelslandschaft, die einen tropischen Uferabbruch darstellt und gleichzeitig die rückwärtige Infrastruktur beherbergt.

Beim Spatenstich Anlage Zwergseidenäffchen: v.l.n.r. Stefan Flückiger, Präsident Tierparkverein, Gemeinderat Reto Nause und Jürg Hadorn, Leiter Projekte im Tierpark

Entstehen wird die Anlage im Vivarium gegenüber den Krokodilen. Die Einblicke und Erlebnisse der Gäste werden durch grosse Scheiben im Bereich der Teichanlage und durch ein feines Stahlnetz im oberen Teil gesichert. Die Gesamtkosten betragen 500.000 Franken, im Sinne eines Kostendachs. Sie werden zu 100% aus Drittmitteln finanziert. Dass die Tierparkkommission nach weniger als einem Jahr nach Tierparkfest und Dählhölzli-Benefizgala den Baukredit sprechen konnte, verdanken wir Ihnen, den Menschen von Bern und Umgebung. Der Tierparkverein Bern hat mit 290.000 Franken den grössten Batzen zur Verfügung gestellt. Die Gäste an der Benefizgala für die Zwergseidenäffchen haben an einem Abend 104.250 Franken zur Verfügung gestellt. Und die restlichen 105.750 Franken verdanken wir den vielen Spenderinnen und Spendern zugunsten unseres Gabus Fonds. Ihnen allen bereits hier ein herzliches Dankeschön, ohne Sie wäre der Bau nicht möglich.

Wir sehen uns alle, mit den Zwergseidenäffchen, bei der Eröffnung nächstes Jahr!

Kategorie: Bern, Familie, Umwelt | Kommentar schreiben

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Reto Nause

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