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Ein neues Reich für den König der Alpen

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Der Steinbock und Co. erhalten im Tierpark Dählhölzli eine neue Alpenanlage.

Der Steinbock und Co. erhalten im Tierpark Dählhölzli eine neue Alpenanlage.

Der Steinbock ist ein Teil der Schweizer Geschichte und gehört zum Tierpark Bern seit dessen Eröffnung im Jahr 1937. Genauso alt ist aber auch das „Steinbockrevier in Bern“, das nun zu den AareAlpen umgebaut werden soll. Damit entsteht eine Landschaft, in der die Tiere ihre beeindruckenden Fähigkeiten ausleben und die Menschen alle Facetten einer urschweizerischen Tierart erleben können.

Neues Reich im Dählhölzli für den König der Alpen.

Neues Reich im Dählhölzli für den König der Alpen.

Ein kurzer Blick zurück. 1809 wurde der letzte Steinbock in der Schweiz geschossen. Jäger und Wilderer erlegten ihn nicht nur des Fleisches und der Trophäen wegen, sondern auch aufgrund einer abergläubischen Volksmedizin.  Trotz politischen Bemühungen gelang es der Schweiz Anfang des 20. Jahrhunderts nicht, die in der Zwischenzeit geschützte Tierart auf legalem Weg zurück ins Land zu bringen. Erst durch die Beauftragung von Giuseppe Bérard, einem italienischen Berufswilderer, konnten die ersten drei Steinkitze aus Italien in die Schweiz geschmuggelt werden. Bald folgten weitere Schmuggeltiere, später auch solche auf legalem Weg. Am 8. Mai 1911 war es dann so weit: Die ersten fünf in der Schweiz grossgezogenen Steinböcke konnten im St. Galler Oberland ausgesetzt werden. Seither hat der Steinbock wieder seinen festen Platz in den Schweizer Alpen.

Diesen festen Platz hat der König der Alpen auch im Tierpark Bern. Die heutigen Gehege am Aarehang gehören zu den ältesten im Dählhölzli und wurden seit ihrem Bau mit Ausnahme von kleinen Sanierungsarbeiten nie verändert. Anlässlich der ersten Tierparkgala stellten wir im November 2014 die Idee, eine neue Steinbockanlage zu bauen, vor. Mit den gespendeten Mitteln hat der Tierpark Bern, in Zusammenarbeit mit Hochbau Stadt Bern, einen Konzeptstudie durchgeführt. Siegerprojekt vorstellen (was heiSst das hier?) . Das ausgewählte Konzept von Weber und Brönnimann Landschaftsarchitekten wurde in den vergangenen Monaten in intensiven Diskussionen zwischen Planer und Tierpark zu einem soliden und innovativen Vorprojekt weiter entwickelt. Es ist uns eine Freude, nun das Vorprojekt inkl. Visualisierungen und Modell der Öffentlichkeit vorstellen zu dürfen.

Das Projekt AareAlpen umfasst  neben einer neuen, prägnanten Gebirgslandschaft für Steinwild auch einen Gämsenwald und eine vom Aareuferweg aus begehbare Voliere für Alpenkrähe und Murmeltier. Den Murmeltieren wird es dank eines Tunnelsystems auch möglich sein, die Steinbockanlage mit zu nutzen. Spannende Begegnungen zwischen den beiden Arten sorgen für eine zusätzliche Bereicherung der Tiere, aber auch für beobachtende Gäste. In der Steinwildanlage setzen zwei Felszinnen aus Kunstfels markante Aspekte, die den Tieren vielfältige Kletter- und Aufenthaltsmöglichkeiten bieten. Eine lange, senkrechte Felswand am oberen Anlagenrand gibt dem Gebirgsbild den alpinen Rahmen und gleichzeitig eine willkommene Rückendeckung für die Tiere.

Ein ganz besonderer Höhepunkt wird der die AareAlpen querende „Wildererpfad“, welcher in seinem Verlauf durch die verschiedenen Höhenstufen der AareAlpen führt. Mit einer spannenden Szenographie soll auf diesem Weg ein hoher Erlebniswert der Tierbeobachtung erreicht werden. Zoopädagogisches Thema der neuen Anlage ist die eingangs zitierte Geschichte des Steinbockes in der Schweiz sein. Der neue Pfad gewährt an mehreren Stellen direkten Einblick in die Anlagen und führt die Gäste auf waldigen und felsigen Abschnitten schliesslich in eine Beobachtungshöhle in der neuen Felswand, von wo aus sich immer neue Einblicke ins Leben der Könige der Alpen ergeben.

Die Gesamtkosten für das innovative Grossprojekt betragen inklusive Planungs- und Nebenkosten  4,2 Mio. welche zu 100% aus Drittmittel finanziert werden müssen. Wir hoffen, dass wir bereits 2018 mit dem Bau beginnen können.

Kategorie: Bern, Familie, Tourismus | Kommentar schreiben

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Reto Nause

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